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Der Verein stellt sich vor Im ersten Stock des Rathauses eröffnete der KVH ein Heimatmuseum, das ad hoc zum Weihnachtsmarkt am Samstag und Sonntag des 2. Advents geöffnet ist. Es zeigt neben einer Heimatstube bedeutende Urkunden als Faksimile chronologisch aus der Harheimer Geschichte, teilweise auch mit der Übertragung aus dem Mittelhochdeutschen, beginnend mit der Ersterwähnung "Horeheim" 786 im Lorscher Kodex, dem Landtausch Ludwigs des Frommen 817 einschließlich "Horaheim", Abschriften des Mönchs Eberhand von Fulda mit der Erwähnung "Horheim" (Codex Eberhardi), der Stiftung des Cunrat von Horheim 1374 (Bartholomäusstift-Urkunde Nr. 1128), dem Verkauf Harheims durch die Eppsteiner an die Reichsstadt Frankfurt 1435, über Weistümer des Dorfgerichts, Weidegerichts und Dinghofs, die Kurmainzer Zehntordnung u.a. bis zur Zehntablösung 1843. Es wechselt jährlich eine Fotoausstellung aus der dörflichen Vergangenheit mit Bildern, die Martin Müller 1986 zur 1200-Jahr-Feier weitgehend zusammengestellt hat. Unter Anleitung des Künstlers und Holzbildhauers Peter Meier schufen Mitglieder des Vereins eine lebensgroße, selbstgeschnitzte Weihnachtskrippe, die zum jährlichen Weihnachtsmarkt im Kirchengrundriß am Alten Kirchplatz aufgestellt wird. Ferner setzte der Verein vor dem Bürgerhaus dem Geh. Sanitätsrat Dr. med. Jakob Bockenheimer (1837-1908), einem bedeutenden Chirurgen in Frankfurt a.M. aus Harheimer Familie, ein Denkmal, eine Bronzebüste auf steinernem Sockel, vor dem Bürgerhaus. 1997 setzte der Verein unter Mitwirkung der Unteren Naturschutzbehörde eine Silberweide von 4m Höhe als "Gerichtsweide" im Harheimer Ried an der Harheimer und Massenheimer Riedgrenze bei der Flur Riedhalsgewann. Laut Urkunde von 1756 steht die Weide an historischer Stelle. Sie erinnert an das alte Weidegericht der Allmende der drei Dörfer Vilbel, Harheim und Massenheim. Es tagte seit dem früheren Mittelalter bis Anfang des 19. Jahrhunderts jährlich am Pfingstmontag. Seine Geschichte ist in der Broschüre "Beiträge zur Harheimer Geschichte", die im Rathaus erhältlich ist, dargestellt. Mit Genehmigung der Stadt errichtete der Verein einen Grenzsteingarten am Kapellchen in der Eschbachaue, wo Grenzsteine aufgestellt werden, die aus verschiedenen Gründen am originären Standort verbleiben können. Es handelt sich vorrangig um Hoheitsgrenzsteine von vormaligen Landes- oder Hoheitsgrenzen, z.B. einen Dreimärker von 1786, vereinzelt auch um Gütersteine, z.B. den des Hospitals zum Hl. Geist von 1719 als Replik. 1998 wurden der Stein Nr.1, der 1993 aus 3,80m Tiefe an originärer und verschütteter Stelle im Ried geborgen wurde, und ein Kreuzstein aufgestellt, die beide an der Grenze zu Massenheim und zum Ried standen, laut Grenzbeschreibung von 1619 und 1668 in "2 1/2 Schuh" Entfernung. Der Verein hat 36 Grenzsteine dokumentarisch erfasst, die ober- oder unterirdisch an Harheims Grenzen stehen oder standen. Sie wurden als Kleindenkmäler vom Hess. Ministerium für Wirtschaft, Technik und Verkehr, Wiesbaden, aufgenommen. Die Grenzsteine sind immer noch gültige Vermessungspunkte deren Entfernung nach dem Hess. Abmarkungsgesetz geahndet wird. Einen gestohlenen Stein von 1842 hat der Verein durch eine Replik ersetzt. 1998 brachte der Verein eine Gedenktafel aus Buntsandstein am Haus Alt Harheim 2 an. Es steht an der Stelle des ehemaligen Königsteiner Dinghofs, erwähnt von 1378 bis 1803. Nach den "Flurnamen" (Bd. 61) erschien 1997 der Aufsatz "Harheimer Bodenfunde" von D. Wendler als Sonderdruck aus dem Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst, Bd. 63, und 2001 Broschüre "Harheimer Rechtsregeln im späten Mittelalter. (Frankfurt)-Harheim betreffende Urkunden, Rentenverzeichnisse und Weistümer aus dem 14. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts" im Selbstverlag, ISBN 3-00-008015-5. Verwiesen wird auf die Chronik "Harheim", Frankfurt/M. 1985, herausgegeben von der Frankfurter Sparkasse von 1882 (Polytechnische Gesellschaft) und die sie ergänzenden "Beiträge zur Harheimer Geschichte", Frankfurt/M. 1985, herausgegeben vom Verein für Geschichte und Heimatkunde Oberursel (Taunus) e.V., von D. Wendler. Der KVH brachte zwei Broschüren heraus mit Bildern Harheims und Poesie. Der KVH stellt im Stadtteil und in der Gemarkung an markanten Stellen Schilder auf. Das erste Schild steht auf der "Bleiche". Seit 2001 erhält die Eschbachbrücke im Sommer Blumenschmuck, dessen Pflege sich der KVH angelegen sein lässt. Auch gesellige Veranstaltungen kommen nicht zu kurz. Der Kulturverein veranstaltet jährlich einen Neujahrsempfang mit Beiträgen aus Dichtung und Kunst, Vorträge und Ausflüge zu historischen und anderen interessanten Stätten, z.B. zur Bonifatiusquelle und Stätte der karolingischen Urpfarrei Crutzen im Kalbacher Feld oder zum Harheimer Gemeindewald mit Weißer Mauer, und führt Grenzbegehungen, Gemarkungsspaziergänge und Museumsbesuche durch. Nicht nur die Flurnamen-, sondern auch die Erforschung galloromanischer Sprachreste in unserem Raum zählen zu seinem Tätigkeitsfeld. |